Klingelgangster überfallen 49-Jährige in ihrer Wohnung

Logo-Abendblatt4

 

 

Eine 49 Jahre alte Frau ist in ihrer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus am Leuteritzweg in Hummelsbüttel von zwei Klingelgangstern überfallen worden. Die Tat ereignete sich bereits am Mittwochmittag.

Die Frau hatte ahnungslos die Tür geöffnet und sah sich zwei maskierten und mit einem Messer bewaffneten Männern gegenüber. Sie drängten die Frau in die Wohnung. Einer der Täter hielt der 49-Jährigen den Mund zu. Sein Komplize schloss die Tür. An ihrem Zopf – das Messer an der Kehle – wurde die Frau bis ins Schlafzimmer gezerrt. „Money“ und „Gold“ brüllten die Räuber. Dann schlugen sie auf die Frau ein. Die Täter erbeuteten 50Euro aus der Geldbörse ihres Opfers.

Außerdem zogen sie der Frau zwei Armreifen vom Arm. Aus der Wohnung, in der die Männer Schränke und Behältnisse durchwühlt hatten, erbeuteten sie ansonsten nichts. Vor ihrer Flucht stießen sie die Frau auf ein Bett und brüllten „Nicht Polizei!“. Die 49-Jährige, die leichte Verletzungen erlitt, war so geschockt, dass sie wartete bis ihr Mann eine Stunde nach dem Überfall nach Hause kam. Er rief die Polizei. „Solche Taten sind nach meiner Kenntnis in Hamburg bislang die Ausnahme“, sagt Joachim Lenders, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG). „Von Kollegen aus Hessen weiß ich, dass dort vergleichbare Taten in größerer Zahl passieren.“

In vielen Fällen haben es die Täter dabei auf Autos abgesehen. Ausgesucht wurden die Opfer nach den Fahrzeugen, die vor dem Haus im Carport stehen. „Die Täter sparen es sich, die Autos aufzubrechen und kurzzuschließen“, sagt Lenders. „Sie klingeln und gehen, selbst wenn sich das Opfer nicht wehrt, sofort mit äußerster Brutalität vor, um den Schlüssel zu bekommen.“ Auch Hauptkommissar Andreas Schöpflin sagt: „In Hamburg kommen Fälle wie in Hummelsbüttel sehr selten vor.“

Am Donnerstag waren Ermittler rund um den Tatort unterwegs, um Anwohner und Passanten nach verdächtigen Beobachtungen zu befragen. Die Polizei geht nicht von einem gezielten Überfall aus. Die 49-Jährige und ihr Mann hatten allerdings vor wenigen Jahren in Flensburg für Schlagzeilen gesorgt, als sie eine größere Summe Geld sammelten, um ihre an Leukämie erkrankte Nichte aus dem Irak zur Behandlung nach Deutschland zu holen.

Die Täter sollen Osteuropäer sein. Sie haben helles Haar, sind 1,70 Meter groß und trugen dunkle Arbeitskleidung. Hinweise: Tel. 040/428656789.

Holzdamm 18
20099 Hamburg
040 - 25 40 26-0
dpolg@dpolg-hh.de