Krawall-Skandal

Mai-Randale überrascht Polizei +++ Dramatische Fehlplanung +++Zu wenig Beamte, weil sie in Berlin aushelfen mussten +++Chaoten immer jünger, viele Migranten

30 verletzte Polizisten, verwüstete Geschäfte und Banken, Plünderungen. 700 Chaoten fielen über das Schanzenviertel her, entzündeten Barrikaden, warfen Steine und Flaschen auf Einsatzkräfte. Dabei hatte die Hamburger Polizeiführung einen ruhigen 1. Mai vorausgesagt! BILD erklärt, wie es zu dieser Fehleinschätzung kam.

Polizei-Fehler 1: Die Beamten waren sich sicher, dass die Hamburger Autonomen zum Randalieren nach Berlin fahren. Das taten die meisten auch. Aber stattdessen kamen bis zu 500 meist unpolitische Jugendliche, die Krawall anzettelten. Viele mit Migrationshintergrund.

Polizeisprecher Ralf Meyer (50): „Das war etwas, das wir nicht so eingeschätzt hatten.“ Und Joachim Lenders von der Deutschen Polizeigewerkschaft (DpolG): „Die Lageeinschätzung für das 1.-Mai-Wochenende war vollkommen daneben, hat zu einer Gefährdung unserer Einsatzkräfte geführt.“

Polizei-Fehler 2: Am Freitagabend trafen rund 150 vermummte Autonome auf gerade mal 60 bis 70 Polizisten. Beamte einer kompletten Hundertschaft durften zu Hause bleiben, hatten Rufbereitschaft. Sie wurden alarmiert, als die Lage eskalierte. Die Beamten waren dann erst nach zwei Stunden einsatzbereit.

Polizei-Fehler 3: Zwei Hamburger Hundertschaften wurden nach Berlin ausgeliehen. Die Hauptstadt war mit 7000 Polizisten gut gerüstet, Hamburg musste am Sonnabend mit 1200 Polizisten auskommen, auch noch das Bundesliga-Spiel HSV gegen den 1. FC Nürnberg bewältigen. Nachts wurde dann eine Reservehundertschaft mit sieben Hubschraubern nach Hamburg gebracht.

Auch SPD-Innenexperte Dr. Andreas Dressel kritisierte die Polizeitaktik, kündigte eine Senatsanfrage an.

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