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    Pressemitteilung

    24/7 für die Sicherheit im Dauereinsatz und der Dank? Mehrarbeit,
    Beförderungsverzögerungen, Blockadehaltung bei Tarifverhandlungen
    und eine verfassungswidrige Besoldung! Was ist uns die Polizei wert?

    Freitag, 23.01.2026: Fußball-Bundesliga, FC St. Pauli – HSV, 1.200 Polizistinnen
    und Polizisten müssen das Stadtderby sichern und verfeindete „Fans“ voneinander trennen.
    Die Hamburger Polizei wird von Kolleginnen und Kollegen aus Bremen, Mecklenburg-Vorpommern,
    Niedersachsen, Schleswig-Holstein und von der Bundespolizei unterstützt.

    Montag, 26.01.2026: Nordsee-Gipfel 2026, die Bundesregierung hat zum Nordsee-Gipfel
    nach Hamburg geladen, unter anderem ist der Bundeskanzler vor Ort, über 1.800 Polizistinnen
    und Polizisten sichern die Veranstaltung. Die Hamburger Polizei wird von Kolleginnen und
    Kollegen aus Berlin, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, der Bundespolizei sowie vom
    Bundeskriminalamt unterstützt.

    Innerhalb von drei Tagen hat die Polizei Hamburg zwei personalintensive Großeinsätze professionell
    abgearbeitet. Geräuschlos, souverän, immer am polizeilichen Auftrag orientiert und in der Lage agierend,
    haben die Kolleginnen und Kollegen gezeigt, wie eine moderne und zugleich erfahrene Großstadtpolizei
    unaufgeregt Großlagen bewältigt.

    Das ist die eine Seite der Medaille und die andere?

    Diese Einsätze konnten allerdings nur mit der Unterstützung externer Einsatzkräfte abgearbeitet werden.
    Dabei zeigt sich auch exemplarisch, wie finanziell ungleich Kolleginnen und Kollegen in den Ländern und
    vom Bund behandelt werden. Wenn beispielsweise Berufsanfänger nach ihrer Ausbildung gemeinsam in
    einem Einsatz sind und denselben polizeilichen Auftrag erfüllen, bedeutet das, die Kollegen aus Bremen und
    Niedersachsen befinden sich mindestens in der Besoldungsstufe A 9 (gehobener Dienst), da diese Länder den
    mittleren Dienst bereits vor Jahrzehnten abgeschafft haben. In Hamburg hält die Politik aus fadenscheinigen
    Gründen am mittleren Dienst fest und manifestiert damit die Leichtlohngruppen A 7 und A 8.

    Dazu Landesvorsitzender Thomas Jungfer: „Meine Kolleginnen und Kollegen arbeiten jeden Tag
    für die Sicherheit der Bevölkerung und riskieren ihre Gesundheit. Aus der Politik folgen dann
    regelmäßig Danksagungen und Lob für die Einsatzkräfte. Das ist alles gut und schön, zahlt aber
    weder Miete noch Rechnungen. Es ist noch schlimmer, der Dienstherr zwingt meine Kolleginnen
    und Kollegen über Jahre vor Gericht, um die ihnen zustehende verfassungsgemäße Bezahlung
    einzuklagen, ein Unding!

    Vor wenigen Wochen hat das Bundesverfassungsgericht bestätigt, dass Beamte über Jahre in Berlin unterbezahlt wurden, in Hamburg wird es nicht anders sein! Über 8.100 Hamburger Landesbeamte verklagen die Stadt.

    Weitere fatale Signale sind Verschiebungen von Beförderungen innerhalb der Polizei Hamburg aus Spargründen und die aktuellen Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) unter Führung von Finanzsenator Dr. Dressel verweigert bisher, die Vorlage eines verhandlungsfähigen Angebotes an die

    Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes. Das alles gehört in den Fokus der Öffentlichkeit und die Antwort auf die Frage, was ist uns der Rechtsstaat und unsere Polizei wert?“

    Bei Rückfragen: Thomas Jungfer, Landesvorsitzender, Tel.: 0172-5696287

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