Hoher Krankenstand bei Hamburgs Polizei

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Beamte werden wieder verstärkt zur Objektbewachung herangezogen. Polizeigewerkschaft moniert, dass die Bewachung des Polizeipräsidiums nicht mehr von privaten Sicherheitsdiensten übernommen wird.

Hamburgs Polizisten müssen wieder verstärkt zur Objektbewachung herangezogen werden. Grund ist der hohe Krankenstand bei den rund 280 Angestellten der Polizei, die unter anderem für die Bewachung des Generalkonsulats der USA, der jüdischen Einrichtungen in Hamburg oder die Besetzung der Sicherheitswache im Polizeipräsidium zuständig sind. Rund 13 Prozent von ihnen sind durchschnittlich krankgemeldet. Zum Vergleich: Der Krankenstand der Arbeitnehmer lag im vergangenen Jahr bei knapp über vier Prozent.

„Wegen dem hohen Krankenstand müssen real für jede der täglich drei Schichten sieben bis acht Polizeibeamte gestellt werden, die Bewachungsaufgaben übernehmen“, sagt Thomas Jungfer von der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG). Betroffen ist die Bereitschaftspolizei, die deshalb weniger Beamte für die Besetzung der zusätzlichen Peterwagen, Schwerpunkteinsätze oder die Präsenzverstärkung auf dem Kiez hat.

Jungfer moniert, dass die Bewachung des Polizeipräsidiums nicht mehr von privaten Sicherheitsdiensten übernommen wird. „Das System hatte sich bewährt und dafür gesorgt, dass immer genug Personal zur Verfügung stand“, so Jungfer. Aus Kostengründen habe man dann wieder selbst die Überwachung übernommen. Das Kalkül: Angestellte im Polizeidienst sind günstiger als Mitarbeiter privater Unternehmen. „Das ist nicht aufgegangen“, so Jungfer. „Jetzt müssen Beamte eingesetzt werden, die nicht nur teurer sind, sondern auch auf der Straße fehlen.“

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