Facebook-Sauf-Party der Stadt abgesagt!

Sie wollten hip und modern sein – und haben sich schön blamiert:

Ausgerechnet die städtische Werbeagentur „Hamburg Marketing“ plante für den 4. August eine riesige Freibier-Fete am Elbstrand – und trommelte dafür auf Facebook. Politik und Sicherheitskräfte waren entsetzt. Am Sonntag wurde die Party zerknirscht abgesagt.

„5000 frische Fans auf Facebook = 5000 kühle Astra am Elbstrand“ – so wollten die PR-Profis Internet-Freunde für ihr Projekt „Hamburg WG“ finden. Als hätte es das Chaos bei der „Thessa“-Party Anfang Juni in Bramfeld nicht gegeben, hieß es auf der Seite noch: „Ladet einfach alle ein, die wir kennen. Und sagt Thessa Bescheid!“

Doch der Möchtegern-Marketing-Coup von Thorsten Kausch, dem Chef der Agentur, ging nach hinten los. „Stoppt den Schwachsinn“, forderte der „fassungslose“ Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Joachim Lenders, nach dem MOPO-am-Sonntag-Bericht über die Party. Schließlich seien große Osterfeuer wegen der vielen betrunkenen Jugendlichen am Elbstrand verboten worden. „Die Aktion ist unverantwortlich, völlig an der Realität vorbei. Die Rechnung für den Einsatz schicken wir direkt an Herrn Kausch“, wütete Lenders.

Altonas SPD-Fraktionschef Thomas Adrian schimpfte über den „Irrsinn“, der kaum zu kontrollieren und nicht mit dem Bezirk abgesprochen sei. Parteifreund Arno Münster, innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion: „Kausch kann nicht machen was er will!“ Münster wollte am Montag den Staatsrat der Innenbehörde einschalten.

Dem kam Kausch zuvor. Nach diversen Telefonaten und einer Krisensitzung wurde die Party abgesagt: „Der unerwartet hohe Zuspruch“ und „die nicht zu kalkulierenden Risiken“ haben eine „neue Bewertung der Rahmenbedingungen nötig gemacht“.

Ein Rückzieher wegen des großen Zuspruchs? Am Sonntagnachmittag hatten sich erst 472 Facebook-Nutzer für die Party angemeldet. Am Freitag hatte Kausch zudem getönt: „Es war von Anfang an unser Ziel, mit der Aktion Aufmerksamkeit zu erringen.“

Und die jetzt „unkalkulierbaren Risiken“ waren da auch noch „beherrschbar, wenn die Veranstaltung professionell koordiniert und vorbereitet wird“. Damit seine neuen Facebook-Freunde nicht sauer sind, will ihnen Kausch jetzt eine „anderweitige Belohnung“ organisieren.

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