Finger weg von unseren Nachwuchskräften!

DPolG: Kürzung der Praxisausbildung ist unverantwortlich!

Wie der Deutschen Polizeigewerkschaft Hamburg (DPolG) bekannt wurde, sollen Nachwuchskräfte des LAI und LAII angesichts der hohen Inzidenz bei der Kontaktnachverfolgung von Corona-Infektionen aushelfen. Vorgesehen sind 200 junge Kolleginnen und Kollegen aus den Praktikumssemestern für vier Wochen im Wechsel. Die Kürzung von Ausbildungsinhalten, insbesondere in der Praxis, ist aus unserer Sicht unverantwortlich und nicht hinnehmbar!

Polizei „lernen“, – das ist und bleibt ein Erfahrungs- und Praxisberuf. Im Berufsbildungsplan ist dies treffend wie folgt dargestellt: „Ziel des Praktikums ist es berufspraktische Kenntnisse zu erlangen. Durch die praktische Tätigkeit wird das Verständnis für die vielfältigen und komplexen polizeilichen Aufgaben und Anforderungen sowie die spezifischen Arbeitsabläufe in unterschiedlichen Sachverhalten gefördert. Die praktischen Erfahrungen sind Grundlagen für das spätere polizeiliche Handeln.“

Doch wie kann polizeiliches Handeln vernünftig vermittelt werden, wenn immer mehr Praxisanteile fehlen? Bereits jetzt müssen Nachwuchskräfte des mittleren Dienstes (LAI) aus dem Praktikum (!) genommen werden, um die Liegenschaftssicherung (!) für die Akademie zu übernehmen.

Wo soll das noch alles hinführen?

„Der Begriff Freund und Helfer wird aktuell arg strapaziert. Die Ausbildung unseres Nachwuchses leidet bereits jetzt schon stark unter Corona. Polizist ist ein Ausbildungsberuf, der zum Großteil in Präsenz stattfinden muss. Schon derzeit werden viele Ausbildungsinhalte lediglich online vermittelt“, so Landesvorsitzender Thomas Jungfer.

Für die DPolG Hamburg ist es ganz klar: Finger weg von unseren Nachwuchskräften. Die DPolG Hamburg setzt sich vehement dafür ein, nicht in die Zeit der Ausbildung und des Studiums unseres polizeilichen Nachwuchses einzugreifen. Jede Woche weniger wirkt sich in einer von Corona gebeutelten Zeit nachteilig für unsere Nachwuchskräfte und für die gesamte Polizei Hamburg aus. Eine solche Lücke kann nicht mehr geschlossen werden und die Verlängerung von Ausbildung und Studium droht. Ein solcher „Ausbildungsnachschlag“ kann nicht im Sinne unserer Nachwuchskräfte, der Polizei und der Stadt Hamburg sein! Wir fordern Innensenator Grote (SPD) auf, dafür Sorge zu tragen, dass diese „Idee“ wieder in der Schublade verschwindet!

Der Landesvorstand                                             Hamburg, 02.02.2022

 

(Hier Flugblatt zum Download)

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