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„Ich bin seit über 40 Jahren Polizeibeamter und zwar mit Leib und Seele“

Bernd Haß, Zivilfahnder, PK 36, Personalversammlung 2017:

„Meine Begrüßung gilt für alle, ist freundlich gemeint und auf die Hamburger Art:

Moin! Mein Name: Bernd Haß. Ich bin 57 Jahre alt und Zivilfahnder am PK 36. Ich bin seit über 40 Jahren Polizeibeamter, und zwar mit Leib und Seele. Von Anfang an bin ich ‚auf der Straße‘ tätig. Erst bei der Bereitschaftspolizei, dann in der Schicht und seit 30 Jahren als Zivilfahnder. Wir Polizeibeamte bewältigen regelmäßig schreckliche und lebensbedrohliche Situationen. Wir haben es zu tun mit: völlig wahnsinnigen und durchgeknallten Typen, Gewalttätern und Räubern, Einbrechern, Drogenhändlern, Totschlägern, Mördern und Tätern, die uns verletzen wollen sowie uns und unseren Familien den Tod wünschen.

Stellvertretend für viele Kollegen ein paar kurze Schilderungen meiner Erlebnisse: Ich war live dabei, als der 15-jährige Afghane auf die am Boden liegende Frau wie ein Wahnsinniger einstach. Seine Schwester wollte ihn abhalten, wurde dabei in den Oberschenkel gestochen und brach zusammen. Ich konnte den Täter dann entwaffnen und festnehmen. Die Frau – seine Mutter – war durchlöchert mit acht Kopfstichen und sieben Stichen in den Oberkörper. Sie verstarb nach wenigen Minuten am Tatort. Damals, Anfang der 1990er-Jahre, kannten wir den Begriff ‚Ehrenmord‘ noch gar nicht.

Nachmittags: 15.30 Uhr, Bramfeld, in der Straße Mützendorpsteed wird mir bei einer Personenüberprüfung eines Heroinhändlers dreimal ins Gesicht geschossen, zum Glück nur mit Tränengas, leider aus knapp 50 Zentimetern Distanz. Durch den Gasdruck schießt Blut aus meinem Gesicht und zwar aus allen Poren. Das Gesicht ist komplett blutverschmiert. Abends sieht meine Frau meine Gesichtsverletzungen und fragt: ‚Was machst Du da eigentlich?‘, sie bricht dann zusammen. Ein albanischer Einbrecher versuchte, mir mit einem Schraubendreher die Augen auszustechen. Zwei betrunkene Polen wollten mir mit jeweils einem Vorschlaghammer den Kopf einschlagen. Ich hing zusammen mit einem ZF-Kollegen an einem geklauten Pkw dran, der mit uns und mit Vollgas über die Fabriciusstraße raste. Wir konnten uns gerade noch rechtzeitig lösen, ansonsten wären wir zerquetscht worden. Wir haben morgens bei der Lebenspartnerin eines ZF-Trupp-kollegen geklingelt und ihr mitteilen müssen, dass ihr Lebenspartner nicht mehr nach Hause kommt. Er war im Nachtdienst verstorben.

Nachts um 3 Uhr im Neusurenland in Farmsen. Ich habe gerade einen Täter gestellt, nachdem dieser einem Taxifahrer in den Hals gestochen und dessen Einnahmen geraubt hat. Es gab hier ein Problem. Der Täter sagte, er sei Heroin-Junkie und ihm sei, so wörtlich, ‚alles scheißegal‘. Er hatte eine Handgranate in der Hand. Unsere Distanz betrug zwei Meter. Er zog den Sicherungssplint und warf ihn weg. Die Handgranate war jetzt entsichert und ich wusste, wenn er die Hand öffnet, bin ich tot. Ihm war – wie erwähnt – alles scheißegal. Über Funk wurde mir mitgeteilt, dass 14 Streifenwagen den Bereich weiträumig absperren. Weiterhin wurde mir über Funk „viel Glück“ gewünscht! Ein ZF-Kollege war als Pizzabote getarnt und hatte bei der Tatausführung eines Raubes drei Messer an der Brust. Die Täter flüchteten, wobei der Haupttäter aus vollem Lauf, aus etwa zwei bis drei Metern Entfernung, sein gut 20 Zentimeter langes Messer auf mich warf. Diese Tat ereignete sich gerade im letzten Monat.

Viele Kollegen hatten ähnliche oder schlimmere Erlebnisse. Die jüngeren Kollegen können si- cher sein, dass noch genügend lebensbedrohliche Situationen auf sie zukommen werden.

Die Ereignisse haben sich eingebrannt. Sie hinterlassen Narben auf der Seele meiner Familie und mir – vermutlich bis zum Tod. Für solche Ereignisse erhalten Polizeibeamte eine Polizeizulage in Höhe von 127 Euro, das sind rund 95 Euro netto. Ich zitiere aus der Definition der Polizeizulage: „Die Polizeizulage ist eine Zahlung des Arbeitgebers, die das Risiko von besonders gefahrennahen Tätigkeiten kompensieren soll.“ Die De nition ist noch ausführlicher, bezieht sich dann aber auf die besonderen psychischen Belastungen.

Mit Eintritt in den Ruhestand existieren diese „besonderen psychischen Belastungen“, die ausschließlich durch den sehr speziellen Beruf des Polizeibeamten entstanden sind, natürlich weiter. Als „Dankeschön“ und „Anerkennung“ hat der Hamburger Senat im Jahr 2008 dafür gesorgt, dass die Polizeizulage bei Eintritt in den Ruhestand gestrichen wird. Der Senat unterstellt damit den Wegfall der psychischen Belastungen im Ruhestand und ignoriert die tief eingebrannten Narben. Ich bin Beisitzer im Landeshauptvorstand der DPolG Hamburg. Seit Jahren fordern wir, wie auch auf jeder Personalversammlung, die Wiedereinführung der Ruhegehaltsfähigkeit der Polizeizulage. In NRW hat die Politik positiv reagiert. In Bayern wurde die Ruhegehaltsfähigkeit nie angetastet. In Hamburg haben die regelmäßigen Anfragen den Senat allerdings nie interessiert. Es gab in den ganzen Jahren seitens des Hamburger Senats keinerlei Reaktion. Das könnte sich heute ändern! Herr Innensenator Grote, es geht hier um die berufliche Lebensleistung eines jeden Polizisten und seiner Familie, die alle Belastungen über Jahrzehnte haben ertragen müssen. Wäre es nicht ein angemessenes Signal der Anerkennung, die Polizeizulage wieder ruhegehaltsfähig auszugestalten? Mir geht es am Ende um Folgendes: Herr Senator, beenden Sie das neunjährige Schweigen des Hamburger Senats. Ich möchte Sie hiermit bitten, jetzt zu diesem Thema Stellung zu beziehen. Vielleicht hilft bei der Premiere ein anständiger Applaus mit Anfeuerungsrufen. Danke für die Aufmerksamkeit!“

(Hier der Artikel zum Download)

DPolG fordert: Oberschenkelholster freigeben!

An den PK 23 und 38 wird aktuell die Außentragehülle (ATH) für die Schutzwesten pilotiert – wir berichteten! Das Stimmungsbild ist eindeutig positiv. Verbesserungsvorschläge müssen nun umgesetzt und der Pilotierungszeitraum verkürzt werden, damit auch die übrigen Kolleginnen und Kollegen zeitnah von der bereits ausreichend u.a. in Schleswig-Holstein getesteten ATH profitieren können!

Ein Kernpunkt der ATH ist die Entlastung des Ausrüstungsgürtels – und hier muss konsequent weitergedacht werden: Das Standardholster für die Handfeuerwaffe ist einer der schwersten und sperrigsten Gegenstände am Koppel und führt oft zu körperlichen Beschwerden und Problemen in den Streifenwagen. Auch in Hamburg laufen vermehrt Kolleginnen und Kollegen aus diesem Grund beim Arbeitsmedizinischen Dienst auf, mit dem Ziel der Einzelfreigabe eines alternativen Holsters!

Deshalb fordert die DPolG Hamburg unverzüglich die allgemeine Freigabe des Oberschenkelholsters! Ein Weg, auf dem die Polizei Schleswig-Holstein uns wiedermal voraus ist –  denn dort wurde vor kurzem entschieden, dass es den Betroffenen freigestellt wird, alternativ zum Standardholster das Oberschenkelholster „Safariland TAC 6009“ zu tragen – das gleiche Modell übrigens, dass sich zur Zeit bei unserer VT in Prüfung befindet. Eine aufwändige Pilotierung dürfte sich deshalb erübrigen!

Die DPolG Hamburg fordert für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen, sich unverzüglich dem Vorbild aus dem Norden anzuschließen!

Der Landesvorstand,                                                             Hamburg, 24.01.2018

Neues Jahr – neues Glück – neue Hose?

+++DPolG: Cargo-Hose endlich auch für die WSP einführen+++

Der Fachbereich Wasserschutzpolizei der DPolG Hamburg fordert die Dienststelle auf, die Cargo-Hose als Teil der Uniform für die Kolleginnen und Kollegen der Wasserschutzpolizei Hamburg einzuführen und die Trageanweisung entsprechend zu modifizieren!

Hintergrund:

Seit vielen Jahren ist die sogenannte Cargo-Hose ein Uniformbestandteil bei unseren Kolleginnen und Kollegen der Schutzpolizei. Diese Uniformhose hat sich aufgrund ihrer Funktionalität im täglichen Einsatzgeschehen als sehr praktisch bewährt. Unsere Kollegen schätzen dabei die zusätzlichen Hosentaschen als echten Mehrwert.

So wie es der Name „Cargo-Hose“ auch suggeriert, ist der zusätzliche Stauraum erheblich und bei den zahlreichen, beständig mehr werdenden polizeilichen Ausrüstungsgegenständen, ist der Griff in die aufgesetzten Taschen ohne lange „Suchaktionen“ schnell erledigt.

Bei der Wasserschutzpolizei wurde die Cargo-Hose in der Vergangenheit als wenig vereinbar mit der maritimen Ausrichtung der WSP-Uniform angesehen.

Der Fachbereich WSP der DPolG Hamburg hält diese Ansicht für überholt

und darüber hinaus ist dieser „Konflikt“ in der Zukunft leicht lösbar:

Die Kolleginnen und Kollegen der Wasserschutzpolizei Hamburg dürfen die Cargo-Hose tragen – sie müssen es aber nicht!

 

Fachbereichsvorstand WSP                                                                                        Hamburg, 03.01.2018

 

Zweite Erhöhung für Beschäftigte und Beamte ab 2018!

Der dbb, die DPolG und die Arbeitgeber der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TDL) haben sich in der Einkommensrunde 2017 auf insgesamt zwei Erhöhungsschritte bei den Entgelten geeinigt.

Der erste Schritt in Höhe von 2 Prozent erfolgte in Hamburg bereits zum 1. Januar 2017. Jetzt ist der zweite Schritt an der Reihe.

Mit der TdL wurde vereinbart, dass die Entgelte zum 1. Januar 2018 um weitere 2,35 % monatlich ansteigen. Die Auszubildenden erhalten von diesem Zeitpunkt an 35 Euro pro Monat mehr.

Außerdem konnte mit der TdL ab Entgeltgruppe 9 für die Zeit ab 1. Januar 2018 die Entwicklungsstufe 6 vereinbart werden. Ein zweiter Erhöhungsschritt erfolgt hier zum 1. Oktober 2018.

Bei der sogenannten kleinen Entgeltgruppe 9 erhöht sich das Tabellenentgelt nach 5 Jahren in Stufe 4 ab 1.Januar 2018 um 53,41 und ab 1. Oktober 2018 um weitere 53,40 Euro.

Aktuell sind dbb, DPolG und TdL dabei, die Entgeltordnung zum TV-L zu überarbeiten und neu zu verhandeln. Kollege Michael Adomat nimmt als Mitglied von verschiedenen Arbeitsgruppen aktiv an den Tarifverhandlungen teil. Diese Arbeit soll bis zur nächsten Einkommensrunde im Länderbereich im Jahr 2019 abgeschlossen sein.

Auch für die Beamtinnen und Beamten wird die Besoldung zum 1. Januar 2018 um 2,15 Prozent und die Bezüge für Anwärter um 35 Euro erhöht.

Fachbereich Verwaltung                                                                                                    Hamburg, 14.12.2017

 

Telearbeitsplätze vergeben

Ein Programmpunkt der DPolG Hamburg, FB Verwaltung ist erfüllt worden, die alternierende Telearbeit ist nun auch bei der Polizei möglich. In einem ersten Verfahren konnten 77 Telearbeitsplätze vergeben werden, weitere 25 werden 2018 folgen. Nach den Vorgaben der 93er Vereinbarung des Personalvertretungsgesetzes und der Dienstvereinbarung konnten die vordringlichen Antragsgründe bewilligt werden: Kindererziehung, Pflege von Angehörigen und Schwerbehinderung. Auch die Kollegen, die unter andere Kategorien fallen, wie z.B. Verkürzung des Arbeitsweges, sollen möglichst in der nächsten Vergaberunde berücksichtigt werden.

Die DPolG Hamburg setzt sich für einen weiteren Ausbau der Telearbeitsplätze ein.

 

Arbeitsgruppe AiP

Die dienstliche Arbeitsgruppe AiP nimmt ihre Arbeit wieder auf, dort werden die Ergebnisse der AG AiP der DPolG Hamburg mit einfließen. Zum einen geht es um neue Aufgaben für AiP, ein verbessertes Berufsbild mit zusätzlichen Aufgaben, um den Vollzug zu entlasten und die AiP Aufgabe anzureichern. Letztendlich schließt sich hier die Forderung nach gerechter tariflicher Forderung ein, also Aufstiegsmöglichkeiten von der EG 5.

Gruppenführerstellen in EG 8 wieder einzuführen ist dabei ebenfalls eine Möglichkeit. Und die Dienstanweisung AiP mussendlich auf den neusten Stand gebracht werden. Hauptsächlich geht es hier um die Entscheidung, ob beim Verkehrsordnungsdienst die Waffe getragen werden kann. Die Zeiten haben sich geändert und die Gefahrenlagen auch.

 

Perspektiven für Tarifbeschäftigte

Tarifbeschäftigte brauchen Perspektiven, um weiterhin bei der Polizei zu arbeiten. Die Zeiten ändern sich, die Konkurrenz schläft nicht, weder die Arbeitgeber in der Privatwirtschaft noch die anderen Behörden. Bei immer weniger Arbeitskräften geht der Kampf um die Mitarbeiter los. Neue Ideen der Aufgabenbewältigung, mehr Ermittlungsunterstützung durch Angestellte, die 50 zusätzlichen Stellen im LKA sind da der richtige Weg. Die DPolG Hamburg setzt sich ein, in allen möglichen Bereichen die Angestellten vollzugunterstützend einzusetzen, mit einer angemessenen Eingruppierung. Außerdem kann es sich die Polizei nicht erlauben, dass gut ausgebildete Kollegen in andere Behörden abwandern, bei gleicher Tätigkeit, aber besserer Bezahlung.

 

Perspektiven für Verwaltungsbeamte:

Die DPolG Hamburg begrüßt die Ausschreibung von vier Zulagestellen für Amtsinspektoren, die demnächst veröffentlicht werden.

 

Einstellungsverfahren und Einsparquote

Seit 2018 laufen endlich wieder die Einstellungen von AiP Klassen, in 2017 waren es vier und in 2018 sind drei Klassen geplant. Damit wird auch eine langjährige Forderung der DPolG Hamburg erfüllt. Ziel ist es, die Einstellungen zu verstetigen und alle Objektschutzmaßnahmen vom Vollzug übernehmen zu können und weitere Aufgaben dazu.

Zurzeit wird in sämtlichen Berufsgruppen wieder ausgeschrieben, es gibt Stellenausschreibungen en masse. Ob es Schreibkräfte oder Fernsprechangestellte sind, Kraftfahrer oder Waffenmechaniker, Verwaltungsfachkräfte oder Juristen, Wissenschaftler oder Psychologen, nur IT Spezialisten zu bekommen, das ist schwierig.

Das Ziel muss sein, die Vakanz von 17 Prozent so schnell wie möglich wieder zu senken.

 

Fortbildung für AiP

Es scheint sich etwas zu tun! Im Januar 2018 soll es ein Gespräch zwischen PL, dem ZAF, der Personalabteilung und dem Personalrat geben, die DPolG Hamburg wird weiter berichten. Zur Erinnerung :

Die Qualifizierunslehrgänge für nicht gelernte Verwaltungsmitarbeiter nach der 93er Vereinbarung, die bisher in einem Lehrgang beim ZAF stattfanden, wurden seit 2016 den AiP Kollegen nicht mehr zugänglich gemacht. Die Begründung war, dass das ZAF die AiP einfach dem Vollzug zugerechnet hat und diese dann nicht mehr kostenlos fortbilden wollte.

Seit dem das ZAF ein Landesbetrieb geworden ist und die Hanseakademie gegründet hat, wurde das Finanzierungsmodell plötzlich geändert. Das kann jedoch nicht zu Lasten der AiP gehen. Die DPolG Hamburg hat sich diesem Thema bereits angenommen.

 

HERAKLES

Das Buchungsprogramm erreicht ab 1.Januar 2018 die Polizei Hamburg. Die DPolG Hamburg wird den Kollegen beim Einführungsprozess selbstverständlich zur Seite stehen.

Eine 93er Vereinbarung dazu ist abgeschlossen, es wird keine Personaleinsparungen deswegen geben.

 

Fachbereich Verwaltung                                                                                                    Hamburg, 13.12.2017

 

Modernisierung des Tarifvertrages über Schmutz-, Gefahren- und Erschwerniszulagen

Am 8. Dezember 2017 hat die Verhandlungskommission des dbb hamburg unter der Leitung des Verhandlungsführers Michael Adomat (DPolG Hamburg) mit der Freien und Hansestadt Hamburg, bei der Arbeitsrechtlichen Vereinigung Hamburg, Tarifverhandlungen zur Modernisierung des „Tarifvertrages über Schmutz-,  Gefahren-, und Erschwerniszulagen“ aufgenommen.

Die Verhandlungskommission des dbb hamburg, wird durch die Kollegin Beate Petrou, stellvertretende Verhandlungsführerin, den Kollegen Stephan-Paul Marcus (VT 22), Klaus Völker (VT 122) und Karl-Heinz Stephan (VT 115), alle DPolG Hamburg, verstärkt.

Der Tarifvertrag über Gefahren-, Schmutz- und Erschwerniszulagen datiert bereits aus dem Jahre 1975 und wurde seither nur redaktionell an die neuen Tarifwerke angepasst. Sie bedarf nunmehr der dringenden Anpassung an das 21. Jahrhundert.

Das „Bergen von Gebeinen in bombenverseuchten Gewässern“ ist nicht mehr Bestandteil der Aufgaben von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern der Stadt Hamburg. Diese und weitere veraltete Zulagen beinhaltet noch der alte Tarifvertrag.
Zulagen, die ein modernes Arbeiten unter erschwerten Bedingungen zur Folge haben, wie beispielsweise der „Umgang (Transport, Abbau etc.) mit Betäubungsmitteln bei der Aushebung von Drogenlaboren“ o.ä. werden zurzeit jedoch nicht berücksichtigt.

Bei der Eröffnungsverhandlung einigten sich Arbeitgeberseite und dbb hamburg auf die Modernisierung des Tarifvertrages. Die weiteren Verhandlungen sehen die Streichung, die Schaffung neuer, sowie die Modernisierung und Anpassung bestehender Zulagen an eine zukunftsfähige Arbeitswelt vor.

Der gemeinsam angestrebte Fahrplan sieht einen erfolgreichen Abschluss der Tarifverhandlungen bis zum Ende des Jahres 2018 vor.

Wir werden weiter berichten.

Fachbereich Verwaltung                                                                                                    Hamburg, 12.12.2017

 

DPolG-Tagesseminar – geschlossene Einheiten –

Am gestrigen Nikolaustag fand das DPolG-Seminar für interessierte Kolleginnen und Kollegen geschlossener Einheiten statt. Zum Gespräch kamen Polizeipräsident Ralf Martin Meyer und der Abteilungsführer LPD Andreas Buttmann. Es wurde intensiv über das Dienstzeitmodell -neu- der LBP diskutiert und natürlich auch über alles was den Kolleginnen und Kollegen „unter den Nägeln brannte“.

Der Polizeipräsident begrüßte ausdrücklich die Pilotierung der neuen Dienstzeitregelung der LBP zum 01. Januar 2018. Er beantwortete Fragen hinsichtlich der aktuellen Einsatzlagen und TE-Konzeption. Mitarbeitermotivation und die Gruppenführerproblematik waren ebenso Thema. Einen Ausblick in die Neuorganisation der Schutzpolizei gab der Polizeipräsident ebenfalls.

LPD Andreas Buttmann unterstrich in der Diskussion den hohen Stellenwert der Aus- und Fortbildung innerhalb der LBP. Er nahm Stellung zur Gruppenführerproblematik, zur Schutzausrüstung und teilte mit, dass die Abteilungsleitung für jeden Zug zwei PC´s zusätzlich beantragt hat. Die Finanzierung wird noch geklärt Die Seminarleiter Thomas Jungfer und Andreas Reimer führten souverän durch die Veranstaltung. Die Teilnehmer regten an, regelmäßig gewerkschaftliche Seminare für geschlossene Einheiten durchzuführen.

Fachbereich Schutzpolizei                                                                                                     Hamburg, 07.12.2017

 

+++Landesausschuss zog Bilanz+++

Innensenator Andy Grote (SPD) zu Gast bei der DPolG Hamburg

                

Gestern (04.12.2017) hat der Landesausschuss der DPolG Hamburg in unserer Landesgeschäftsstelle getagt und das vergangene Jahr aus gewerkschaftspolitischer Sicht analysiert und unter anderem den Haushalt für das kommende Jahr beschlossen. Darüber hinaus wurde Marc-Ulrich Schipper zum neuen Beisitzer der Region Mitte II gewählt.

Der Landesausschuss setzt sich aus allen Fachbereichen und Sonderorganisationen der Deutschen Polizeigewerkschaft zusammen und repräsentiert somit alle Mitglieder der DPolG Hamburg. Er tritt immer in den Jahren zusammen, in dem kein Landeskongress stattfindet und ist das zweithöchste Beschlussgremium unserer Gewerkschaft nach dem alle fünf Jahre einberufenen Landeskongress.

Am Nachmittag konnten die Teilnehmer Innensenator Andy Grote (SPD) begrüßen. Im Mittelpunkt des eineinhalbstündigen Informations- und Meinungsaustausches standen die aktuellen Probleme und Herausforderungen, mit denen sich unsere Kolleginnen und Kollegen tagtäglich auseinandersetzen müssen.

 

               

Engagiert diskutiert wurde über die Personalsituation, die Einsatzbelastung, die fehlenden Ressourcen in der Akademie der Polizei, die mangelhafte Berufsattraktivität, die dringend notwendige Einführung der zweigeteilten Laufbahn, die Wiedereinführung der Freien Heilfürsorge und der Ruhegehaltsfähigkeit der Polizeizulage sowie die verstetigte Einstellung von AiP verbunden mit einer Erweiterung des Aufgabenfeldes. Ein ausführlicher Bericht folgt im „Polizeispiegel“(Januar/Februar Ausgabe 2018).

DPolG – Deinetwegen! #DPolGHH                                                                           Hamburg, 05.12.2017

Landesbetrieb Verkehr: Parkraum-Management und Verkehrsüberwachung

DPolG: Chronologie einer Dienstzeitregelung im PRM

Februar 2017: Die Dienststelle und der „alte“ Personalrat schließen ohne Mitarbeiterbeteiligung eine Dienstvereinbarung über Dienstzeiten im LBV ab.

Ab Mai 2017 wird ein Schichtdienst im PRM eingeführt. Die DPolG Hamburg macht durch ein Flugblatt darauf aufmerksam, dass sich daraus eine Schichtzulage, Zusatzurlaub und eine 38,5 Stundenwoche ergeben.

August 2017: Der LBV bezweifelt die Rechtmäßigkeit bei 80 Prozent Außendienst im Schichtdienst und 20 Prozent Innendienst in Gleitzeit und befragt das Personalamt.

Der LBV gründet im Oktober eine Arbeitsgruppe mit dem Personalrat. Der Personalrat befragt die Kollegen des PRM, stellt drei Modelle vor und bittet um Abstimmung.

Das Personalamt (!) entwickelt einen Kompromissvorschlag, wie die Schichtzusatzleistun-gen trotzdem erhalten bleiben können, dieses Modell wird jedoch gar nicht vorgestellt. Warum verweigert sich die Geschäftsführung diesem Modell?

Der Personalrat teilt jetzt mit, dass sich die Mehrheit für das Schichtmodell ausgesprochen hat, hat jedoch bei der Abstimmung nicht darauf hingewiesen, dass dies so nicht möglich ist. Ein Angebot der DPolG Hamburg, den Personalrat zu unterstützen, wurde nicht an-genommen.

Warum hat der Personalrat die Dienstvereinbarung über die Dienstzeiten im LBV noch nicht gekündigt? Die Arbeitsgruppe erarbeitet offensichtlich schon ein Dienstzeitmodell. Bleibt es unter ei-ner Zeitspanne von 13 Stunden, entfallen damit zukünftig die Sonderleistungen nach dem TV-L.

Die DPolG Hamburg fragt, was ist das für ein Fürsorgeverständnis? Warum erledigt der Personalrat die Aufgaben der Dienststelle und stellt Dienstzeitmodelle vor, die teilweise nicht durchführbar und unvollständig sind? Was bewegt die Geschäftsleitung, so zu ver-fahren?

Viele Kolleginnen und Kollegen des PRM sind ratlos und enttäuscht!
Die DPolG Hamburg fordert die Beteiligten des Prozesses auf, endlich mit offenen Karten zu spielen und eine mitarbeiterorientierte Lösung zu finden!

 

Fachbereich Verwaltung                                                                                                     Hamburg, 28.11.2017

 

Spiegelinterview mit Joachim Lenders

G20-Chaos – „Natürlich ist Vertrauen in die Polizei verloren gegangen“

Aus polizeilicher Sicht hätte der G20-Gipfel nicht in Hamburg stattfinden dürfen, sagt Joachim Lenders. Der Gewerkschafter spricht von einem „sicherheitspolitischen Offenbarungseid“ – und fordert Konsequenzen.
Ein Interview von Ansgar Siemens und Hendrik Ternieden

Die schweren Ausschreitungen beim G20-Treffen beschäftigen Hamburg auch mehr als vier Monate nach dem Gipfel. Die Polizei verlor Anfang Juli phasenweise die Kontrolle.

„In der Polizei hat man schwer daran zu kauen“, sagt Joachim Lenders, als Vize der Deutschen Polizeigewerkschaft und Personalrat in Hamburg ein Kenner der Sicherheitsbehörden des Landes.

Lenders ist zugleich CDU-Abgeordneter in der Bürgerschaft, arbeitet im G20-Sonderausschuss die Vorfälle mit auf. Die Doppelrolle als Lobbyist und Politiker sei kein Widerspruch: „Ich finde es wichtig, dass die Polizei auch eine Stimme in der Politik hat“, sagt er.

Im Interview räumt der 55-Jährige ein, die Polizei habe beim Gipfel Fehler gemacht. „Das zu kaschieren, wäre dummes Zeug.“ Verantwortlich für den Kontrollverlust, der Vertrauen bei den Menschen gekostet habe, seien aber andere.

SPIEGEL ONLINE: Wie sehr hat das G20-Chaos das Vertrauen in die Polizei erschüttert?

Lenders: Es gab zwei Situationen, in denen Bürger damals das Gefühl hatten, die Polizei lasse sie im Stich: Am Morgen des ersten Gipfeltages in Altona. Und am Abend in der Sternschanze. Da ist es nicht gelungen, die öffentliche Sicherheit aufrecht zu erhalten. Die Menschen hatten das Gefühl, sie wären in Bagdad, und natürlich ist dabei Vertrauen verloren gegangen. In der Polizei hat man schwer daran zu kauen.

SPIEGEL ONLINE: Es waren mehr als 30.000 Polizisten im Einsatz, darunter zahlreiche Hundertschaften aus anderen Bundesländern. Wie lässt sich da ein solcher Kontrollverlust erklären?

Lenders: Nehmen wir die Vorfälle in Altona. Ein brandschatzender Mob, etwa 100 Leute, zieht durch die Straßen, zerstört Scheiben, fackelt Autos ab. Es dauert mehr als eine halbe Stunde, bis die Polizei kommt. Die Einsatzleitung hat auf Hundertschaften gewartet. Die aber waren offensichtlich so schnell nicht verfügbar. Viele Einheiten waren damit beschäftigt, den Tagungsort zu schützen, die Hotels der Politiker, die Fahrtstrecken vom Flughafen in die Innenstadt.

SPIEGEL ONLINE: Der Bürgermeister sagt, der Krawall in Altona sei ein neues Phänomen gewesen, das nicht vorhersehbar war.

Lenders: Nein, das war kein neues Phänomen. Es gibt immer wieder auch größere Gruppen, 70, 80 Leute, die wahllos Gewalt anwenden, auch in Hamburg. Darauf kann und muss die Polizei reagieren – auch ohne Hundertschaften, die ja im Alltag nicht ständig bereitstehen. Der zuständige Polizeiführer zieht 30, 40, 50 Streifenwagen zusammen, aus allen Teilen der Stadt. Das dauert dann schon mal bis zu 30 Minuten.

SPIEGEL ONLINE: Warum geschah das in Altona nicht?

Lenders: Ich will nicht ausschließen, dass es zu Missverständnissen bei den Verantwortlichen gekommen ist. Vielleicht wäre es besser gewesen, die Streifenwagen zusammen zu ziehen, als klar war, dass geschlossene Einheiten in angemessener Zeit nicht zur Verfügung standen. Hat man nicht gemacht. Die Schanze war ein neues Phänomen. Diese rohe Gewalt im Viertel, in dem die linke Szene zu Hause ist. Es gab ernsthaft Hinweise für einen Hinterhalt. Da war es verständlich, dass Polizeiführer nicht vorgerückt sind, sondern auf Spezialkräfte gewartet haben.

SPIEGEL ONLINE: Sie haben nach dem Gipfel gesagt, die Polizei habe keine großen Fehler gemacht. Wollen Sie sich korrigieren?

Lenders: Nein, das will ich nicht. Es ist immer die Frage: Was sind große Fehler, was sind kleine Fehler? Das Problem ist, dass offensichtlich mehr als 30.000 Polizisten in der Stadt nicht ausgereicht haben, die Vorfälle in Altona und der Schanze zu verhindern. Es war also schlicht zu wenig Polizei im Einsatz. Dafür ist die Politik verantwortlich. Seit Jahren kämpfen wir als Gewerkschaft für mehr Stellen.

„Sicherheitspolitischer Offenbarungseid“

SPIEGEL ONLINE: Das müssen Sie sagen, als Lobbyist.

Lenders: Darum geht es nicht. Jeder weiß: Mehr Polizisten waren für G20 nicht zu mobilisieren. In anderen Städten durften Beamte ja nicht völlig fehlen. Obwohl alle Möglichkeiten ausgeschöpft waren, fehlten Kräfte, um den Worst Case zu verhindern. Und was wäre gewesen, wenn in einer anderen Stadt etwas Größeres passiert wäre? Das ist ein sicherheitspolitischer Offenbarungseid, den Deutschland sich auf Dauer nicht leisten kann.

SPIEGEL ONLINE: Hätte der Gipfel überhaupt in Hamburg stattfinden dürfen?

Lenders: Aus polizeilicher Sicht hätte der Gipfel nicht in Hamburg stattfinden dürfen. Als Demokrat finde ich es schlimm, dass wir uns de facto von Linksautonomen diktieren lassen müssen, wann sich Politiker zu Gipfeln treffen. Wir sollten alles daransetzen, dass das anders wird.

SPIEGEL ONLINE: Welche Lehren muss die Polizei aus dem G20-Einsatz ziehen?

Lenders: Sie muss die Lehre ziehen, dass sie vehementer die Politiker darauf hinweist, wenn sie Zweifel hat. Im Fall G20 hätten die verantwortlichen Leiter der Sicherheitsbehörden sagen müssen: Es geht nicht. Sie haben aber immer gesagt: Ja, der Gipfel ist durchführbar. Wir brauchen mehr Neinsager, weniger Jasager. Die Verantwortung dafür, dass die Polizei Randalierer zeitweise gewähren lassen musste, trägt die Politik, vor allem Bürgermeister Olaf Scholz.

SPIEGEL ONLINE: Kritiker werfen der Hamburger Polizei vor, sie habe mit ihrer traditionell harten Linie die Eskalation der Gewalt befördert. Sollte die Polizei ihre Strategie überdenken?

Lenders: Ich halte die Kritik für Quatsch. Wir sind ein Rechtsstaat. Die Polizei darf Straftaten nicht hinnehmen, auch kleinere Straftaten nicht. Es gibt keinen Ermessensspielraum, wenn sich jemand vermummt und gewalttätig agiert. Mir scheint, in der öffentlichen Debatte verrutschen die Maßstäbe, je länger der Gipfel zurückliegt. Natürlich hat es auch Fehler bei der Polizei gegeben, das zu kaschieren wäre dummes Zeug. Aber man darf nicht vergessen, wer für die Gewalt die Verantwortung trägt: Linksextreme Chaoten, die von Gesinnungsgenossen aus dem Kulturzentrum Rote Flora eingeladen worden sind. Das Problem ist nicht die Polizei – das Problem ist der Linksextremismus.

SPIEGEL ONLINE: Es gibt Kritik an der Polizei – aber es gibt auch Urteile gegen Randalierer.

Lenders: Die Urteile sind oft milde, zu milde. Und in den Medien schwingt gern so eine verherrlichende Spaßigkeit mit. Neulich ging es um einen Franzosen, der wegen seiner großen Liebe zum Gipfel kam – und so nebenbei auch Steine geworfen hat. Das regt mich auf. Egal wie amüsant die Geschichte ist – Gewalt darf nicht akzeptiert werden.

SPIEGEL ONLINE: SPD-Innensenator Andy Grote sagte jüngst, die Rote Flora müsse zwar ihr Verhältnis zur Gewalt klären – selbstverwaltete linke Räume aber würden in Hamburg gebraucht. Das klingt nach einem Friedensangebot an die linke Szene. Wären Sie dafür zu haben?

Lenders: Nein, ich bin sehr erstaunt über die Aussage des Senators. Die Rote Flora ist das Kommandozentrum für die G20-Randalierer gewesen. Der Bürgermeister hat nach dem Gipfel gesagt, ihm sei der Geduldsfaden gerissen. Er muss jetzt sagen, wie es mit der Flora weitergeht. Es kann nicht sein, dass die Stadt, der das Gebäude de facto gehört, die Besetzung in der jetzigen Form weiter duldet. Wenn den Bürgermeister der Mut jetzt verlassen hat, fordern wir eine Volksabstimmung.

SPIEGEL ONLINE: In der Bürgerschaft soll ein Sonderausschuss den Gipfel aufarbeiten. Auch Sie gehören dem Gremium an. Was erwarten Sie?

Lenders: Nicht viel. Der Senat und der Bürgermeister versuchen nach Kräften, unsere Arbeit zu erschweren und kritische Fragen zu verhindern. Man stellt uns einige Hundert Leitz-Ordner hin, viele Dokumente sind stark geschwärzt. Lesen dürfen wir sie nur in einer Dachkammer, das Handy müssen wir abgeben. Das spricht doch Bände.

Ein Interview von Ansgar Siemens und
Hendrik Ternieden                                                                                                        Hamburg, 27.11.2017