Gastkommentar von Joachim Lenders: Fußball-Randale: Die Vereine tun zu wenig
Fassungslos mussten Hamburger Bürger, wirkliche Fußballfans und leidtragende Polizisten am vergangenen Sonntag mit ansehen, wie Chaoten ihren Frust auf der Straße ausgelassen haben. Noch während des Zweitligaspiels St. Pauli gegen Hansa Rostock griffen gewaltbereite St. Pauli-Anhänger Polizisten massiv mit Flaschen, Steinen und Pyrotechnik an. Zuvor hatten etwa 800 sogenannte „St. Pauli Ultras“ immer wieder lautstark skandiert: „Ganz Hamburg hasst die Polizei“. Der Frust dieser „angeblichen“ Fans kam nicht etwa durch ein verloren gegangenes Spiel auf (St. Pauli gewann mit 3:0), sondern er ist einzig und allein bestimmt von dem Gedanken mit Aggressivität und brutaler Gewalt, Angst und Schrecken zu verbreiten. Mit ihrer Bedeutungslosigkeit im „wirklichen“ Leben nicht klar zu kommen und aus der Anonymität der Masse heraus zu agieren, indem man exzessiv Gewalt gegen Menschen und Sachen verübt, ist schlicht und ergreifend armselig und dumm. Leider ist keine Trendwende für einen Rückgang des gewaltbereiten Potentials in den Anhängerschaften der Bundes- oder Regionalliga zu erkennen. Im Gegenteil: in der Saison 2010/11 registrierte die Polizei bundesweit fast 8.000 Straftaten, die sich unter den Begriffen „anlasstypische Gewaltdelikte“, „Körperverletzungen“, „Widerstand“, „Landfriedensbruch“ und „Sachbeschädigung“ subsumieren lassen. In der Folge dieser Straftaten wurden 846 verletzte Personen registriert, teilweise mit erheblichen Verletzungen wie Kiefer- und Armbrüchen, Schädel- und Gesichtsverletzungen. Alle verletzten Personen sind Opfer von Gewaltverletzungen und nicht etwa Unfallopfer; darunter 243 Polizisten und 344 Unbeteiligte. Wie lange soll oder muss man diese Gewaltorgien noch hinnehmen?










